Hedgefonds
Die Hedgefonds sind eine auf dem deutschen Wertpapiermarkt relativ neue Kategorie Fonds, da sie hier erst seit Januar 2004 zum Handel fuer das breite Publikum zugelassen sind und zwar nach besonders strengen Bestimmungen. Die Emittenten sind verpflichtet, ausdruecklich auf neben den hohen Renditechancen dementsprechend hohen moeglichen Risiken hinzuweisen. Da sich die Hedgefonds deren Strategien nach sehr stark von der Masse der etablierten klassischen Typen Investmentfonds unterscheiden, sind sie umstritten und polarisieren die Meinungen von Analysten und Anlegern.
Der Name Hedgefonds ist von den englischen Begriffen „hedge“ bzw. „hedging“ abgeleitet, die umgangssprachlich als „Absicherung“ und in der Finanzwelt urspruenglich als „Kursabsicherung“ bzw. „Absicherung im Termingeschaeft“ zu uebersetzen sind.
Die Idee fuer die Hedgefonds und deren erste erfolgreiche Bewaehrung in der Praxis wird mit dem Namen des Australiers Alfred Winslow Jones (in Melbourne 1901 geboren) zusammengebracht. Er hat die Hedgefonds Strategie Leerverkaeufe bereits 1949 in seiner Anlagefirma gewinnbringend angewandt.
Die in Deutschland noch junge Klasse Fonds hat in den USA und Großbritannien eine lange Tradition. In den USA sind die Hedgefonds die Hauptanlageformen fuer die groeßten institutionellen Anleger (Pensionskassen, Versicherungen). Fast 75% aller Hedgefonds der Welt werden in den USA angeboten.
Viele Hedgefonds sind in den so genannten Steueroasen zuhause: Monaco, Luxemburg, die Bahamas, Gibraltar.
Was ist das Besondere, das den Hedgefonds die Außenseiterrolle zuschreibt? Warum scheiden sich die Geister so stark, wenn es um die Hedgefonds geht? Warum werden sie „alternative Investments“ genannt? Was ist das Gute an den Hedgefonds?
Die Hedgefonds Strategien sind nicht nur anders, als die der meisten klassischen Fonds, sie sind auch zahlreicher und flexibler - es gibt mehr als 20 Hedgefonds Strategien. Dieses basiert vor allem darauf, dass ihre Manager keine so engen Grenzen ihres Handels haben, wie die der klassischen Investmentfonds. Und sie machen davon regen Gebrauch, um ihre Hauptziele zu erreichen.
Die wichtigsten Attribute der Hedgefonds sind:
• Als Hauptziel des Managers eines Hedgefonds gilt nach Kraeften außerordentliche Gewinnmaximierung anzustreben, gepaart mit minimalen Verlusten und zwar bei jeder Finanzmarktlage, bei steigenden wie bei fallenden Wertpapierkursen gleichermaßen.
• Die Manager genießen außergewoehnliche Handlungsfreiheiten bei ihren Entscheidungen, sie sind an keine bestimmten Arten Wertpapiere, Finanzinstrumente, Branchen, Laender, Benchmarks gebunden. Sie haben keine Grenzen und Verbote, was den Einsatz von Marktinstrumenten betrifft.
• Die den Managern der klassischen Fonds untersagten Leerverkaeufe sind eine der gaengigen Strategien der Hedgefonds Manager: sie duerfen sich Wertpapiere leihen, um sie zu verkaufen (bevor sie diese besitzen) und sie erst danach real kaufen. Ebenso duerfen sich die Hedgefonds Manager Krediten bedienen, was ihren Kollegen der „normalen“ Fonds untersagt ist. Der Handel mit Derivaten (Futures, Optionen), Rohstoffe, Waehrungen, Termingeschaeften ist auch kein Tabu fuer die Hedgefonds Manager.
• Wegen der hoeheren Risiken (die ueblicherweise mit hoeheren Renditechancen verbunden sind) sind die Hedgefonds eher fuer vermoegende Anleger geeignet, die laenger investiert bleiben koennen und eventuelle Verluste verkraften koennten.
• Die Manager werden von hochqualitativen Softwarepaketen bei ihren Entscheidungen unterstuetzt.
• Die grenzenlose Flexibilitaet der Manager und die groeßeren Risiken, (fuer die persoenlich haften muessen) bringen die erwarteten Erfolge, die Hedgefonds erwirtschaften hohe Renditen. Dafuer werden die Manager dementsprechend gut honoriert - mit Verguetungen, die bis 20 % des erwirtschafteten Ertrages des jeweiligen Fonds liegen.